Hautmikrobiom: Der unsichtbare Schutzschild unserer Haut

Auf unserer Haut tummeln sich Milliarden von Bakterien – klingt ein bisschen gruselig, ist aber sehr nützlich: Das Zusammenspiel verschiedener Mikroorganismen wirkt wie ein natürlicher Schutzschild für deine Haut. Wir erklären dir, was es mit dem Hautmikrobiom auf sich hat und wie du deine Hautflora schützen kannst.

Schon gewusst?

Die Hautflora jedes Menschen ist in ihrer Zusammensetzung einzigartig. Welche und wie viele Mikroorganismen auf der Haut leben, hängt unter anderem vom Alter und von der Lebensumgebung ab. Zudem sind die Mikroben unterschiedlich auf dem Körper verteilt – in den Achselhöhlen fühlen sich andere Bakterien wohler als im Gesicht oder auf den Schienbeinen.

Was ist das Hautmikrobiom?

Der Begriff Mikrobiom setzt sich aus dem griechischen mikrós (klein) und bios (Leben) zusammen und bezeichnet die Gesamtheit der Mikroorganismen, die auf und im Menschen siedeln (1). Bis zu 100 Billionen Bakterien, Pilze, Viren und anderen Einzeller tummeln sich z. B. in unserem Darm, in der Mundhöhle und auf der Haut. Heute weiß man, dass die meisten dieser Mikroorganismen keineswegs schädlich sind, sondern die Körperfunktionen und das Immunsystem unterstützen.


Auf der Haut, unserem größten Organ, leben bis zu sieben Milliarden Mikroben. Für das Auge unsichtbar, bilden sie eine Art Schutzbarriere auf der Haut: Die residenten, also dauerhaft auf der Haut lebenden Bakterien helfen, den pH-Wert der Haut aufrecht zu erhalten und erschweren schädlichen Keimen das Eindringen (2).

Bei anhaltenden Hautproblemen: 

Ab zum Arzt!

Wenn sich die irritierte Haut nicht vollständig erholt oder die Hautprobleme sogar schlimmer werden, solltest du in jedem Fall einen Facharzt aufsuchen, um die Ursachen deiner Beschwerden zu klären. 

Wenn die Hautflora aus dem Gleichgewicht gerät?

Das Hautmikrobiom ist ein komplexes Zusammenspiel einer Vielzahl verschiedener Organismen – und auch die anderen Mikrobiome des Körpers stehen in einer Wechselwirkung miteinander. Äußere Einflüsse, aber auch Erkrankungen, Stoffwechselstörungen oder der individuelle Lebenswandel können diese Symbiose beeinträchtigen. 

Ein Schutzschild für die Haut: Diese Aufgaben erfüllt das Hautmikrobiom

Schutzbarriere gegen schädliche Keime: Viele der auf der Haut angesiedelten Bakterien produzieren Eiweiße, die unerwünschte Keime abtöten. So haben es von außen eindringende Erreger schwerer, die Haut anzugreifen.

Barriere gegen pathogene Keime: Einige Hautprobleme können Entzündungsreaktionen nach sich ziehen. Eine ausgeglichene Mikrobengemeinschaft verhindert dass sich unerwünschte Neuankömmlinge wie Staphylococcus aureus ausbreiten können. So kann die Haut vor einer Entzündung geschützt werden.

Unterstützung des Immunsystems: Das Hautmikrobiom schützt nicht nur die Hautoberfläche vor fremden Erregern, sondern ist auch an der Immunabwehr des Körpers beteiligt: Die Bakterien der Hautflora siedeln auch in den tieferen Hautschichten, wo sich Immunzellen des Körpers befinden. Auf diese Weise „lernen“ die Immunzellen, nützliche Keime von potenziell krankmachenden zu unterscheiden und sie ggf. zu bekämpfen. 

Mögliche Anzeichen für eine gestörte Hautflora

Nicht alle Hautirritationen sind ein Zeichen einer Hauterkrankung. Oft sind Hautrötungen, juckende Stellen oder Risse vorübergehend und betreffen kleine, einzelne Hautstellen. Aber auch bei diesen kleineren Irritationen ist es wichtig, deine Haut bei der Regeneration zu unterstützen und potenziell krankmachenden Keimen das Eindringen zu erschweren.

Ursachen für eine veränderte Hautflora

Das Hautmikrobiom ist ein hochkomplexes Zusammenspiel aus unzähligen Mikroorganismen – und entsprechend sensibel reagiert es auf innere und äußere Einflüsse. 

Falsche Pflegeroutine: Zu häufiges Waschen, zu heißes Wasser oder ungeeignete Pflegeprodukte (z.B. mit aggressiven Tensiden oder ungünstigen pH-Werten) können den Säureschutzmantel der Haut und damit auch das Hautmikrobiom angreifen. 

Hautblessuren: Ungeschützte Sonnenexposition, Kratzer, Abschürfungen oder Narben können die Hautschutzbarriere beschädigen – das erleichtert es potenziell krankmachenden Keimen, sich auf der Haut anzusiedeln. 

Gestörte Darmflora: Es ist bekannt, dass die Darmflora eine wichtige Rolle für die Gesundheit spielt. Gerät das Darm-Mikrobiom aus dem Gleichgewicht, etwa durch Einnahme von Antibiotika oder durch eine Erkrankung, kann dies auch die Diversität unseres Hautmikrobioms stören. Rötungen oder trockene, rissige Hautstellen können eine Folge sein.

Hauterkrankungen: Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Hautkrankheiten häufig mit einer veränderten Zusammensetzung des Hautmikrobioms einhergehen. 

Kleinere Hautprobleme, mit denen wir alle hin und wieder zu kämpfen haben, können sein:

  • Juckreiz
  • Aufgescheuerte Haut
  • Abschürfungen
  • Spannungsgefühl, Brennen
  • Bläschen
  • Hautrötungen 
  • Pickel
  • Hautrisse

Hautmikrobiom aufbauen – So geht’s

Bei kleineren Hautirritationen wie Rissen, Stichen oder wunden Stellen hilft in der Regel schon das punktuelle Auftragen einer medizinischen Hautpflege. Produkte wie QiQu⁺ legen einen Schutzfilm über die irritierte Haut und versorgen sie gleichzeitig mit Feuchtigkeit und Aktivstoffen, die die Hautregeneration unterstützen. 


Andere Probleme wie unreine oder trockene Haut sowie Ekzeme können etwa mit einer gestörten Darmflora zu tun haben. Ein Facharzt hilft dir weiter, wenn du den Verdacht hast, dass deine Hautprobleme andere Ursachen haben könnten. Grundsätzlich kannst du deine Hautflora unterstützen, indem du deiner Darmflora etwas Gutes tust: mit ausgewogener Ernährung, viel frischem Obst und Gemüse und Probiotika, die zum Beispiel in Naturjoghurt, Sauerkraut und Kefir enthalten sind.

So wirkt QiQu⁺ SOS Skin Repair auf der Haut

QiQu⁺ SOS Skin Repair Universal Gel wird punktuell auf betroffene Hautstellen aufgetragen. Die innovative Schutzmembran-Technologie mit Chitosan-FH02® entfaltet dort ihre Wirkung

Tipps für eine gesunde Hautflora

Schnelle Hilfe bei Hautirritationen ist gut – aber du kannst schon im Alltag einiges tun, um deine Hautflora zu schützen und die Hautgesundheit zu fördern.

pH-neutrale Pflegeprodukte: Verwende nur kleine Mengen Pflegeprodukte, da beim Duschen und Waschen auch ein Teil der Hautbakterien abgespült wird. pH-neutrale Seifen, Shampoos und Duschgele reinigen, ohne den pH-Wert der Haut zu verändern. So bleibt der Säureschutzmantel deiner Haut intakt. 

Kein übertriebenes Waschen: Dusche maximal einmal täglich, nicht länger als zehn Minuten und mit lauwarmem bis warmem Wasser – so nimmt die Hautschutzbarriere keinen Schaden. 

UV-Schutz verwenden: UV-Strahlen können deine Haut bis in die tieferen Schichten beschädigen. Trage UV-Schutz auf, bevor du in die Sonne gehst, um Hautschäden zu vermeiden.

Ausgewogene Ernährung: Eine gesunde Darmflora wirkt sich auch auf die Hautgesundheit aus. Ernähre dich ausgewogen und vitaminreich. Das steigert nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sondern unterstützt auch dein Immunsystem.

Ausreichend Schlaf und Entspannung: Die Haut braucht Ruhephasen, um sich zu regenerieren. Versuche, Stress zu reduzieren und möglichst regelmäßig zu essen und zu schlafen – so bekommt deine Hautflora die Nährstoffe und Antioxidantien, die sie braucht.

Hautmikrobiom FAQ

Ja. Die Bezeichnung Hautflora stammt aus einer Zeit, als man Bakterien und Pilze noch als Pflanzen ansah und folgerichtig als Bestandteil der Flora. Heute ist die Bezeichnung Hautmikrobiom treffender, allerdings sind beide Begriffe geläufig.

Aktuelle Messungen gehen davon aus, dass die Haut von bis zu 1.000.000 Bakterien pro cm2 besiedelt ist.

Ca. 80% (Kommensal-)Bakterien (Actinobacteria, Firmicutes, Bacteroidetes, Proteobacteria u.a.) - der Rest setzt sich aus Viren, Pilzen und Milben zusammen. Das Hautmikrobiom lässt sich weiterhin in zwei Gruppen von kommensalen Mikroorganismen einteilen: residente und transiente. Transiente Mikroorganismen gelangen aus der Umwelt auf die Haut, verweilen dort aber nicht lange. Die residenten Mikroben bilden das Kern-Mikrobiom, das bei allen Menschen vorkommt und uns von anderen Lebewesen unterscheidet.

Quellen: 

01 https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-312018/oekogemeinschaft-mensch/ 02 https://www.apotheken-umschau.de/mein-koerper/haut-und-haare/mikrobiom-der-haut-dicht-besiedelt-721083.html